Medizin heute und morgen

Es braucht nachhaltige Veränderungen in den weltweiten Gesundheitssystemen. Diese kommen jedoch nicht aus der Wirtschaft selbst, denn die will den Umsatz halten. Jedoch wird die Kostenbelastung für die Haushalte immer größer, ewig kann es so nicht weitergeben. Die Lösung des Problems liegt bei uns, den Konsumenten. Wie, das zeigt der nachfolgende Artikel auf.

Bereits seit der Antike existieren zwei unterschiedliche medizinische Denkweisen, die jeweils in entgegengesetzte Therapien münden. Auf der einen Seite gab es die Schule von Knidos, die weniger den Kranken als die Erkrankung betrachtete und kaum Prophylaxe betrieb, da sie die Ursachen in äußeren Beeinflussungen sah. Damals wurden böse Geister oder Hexen beschuldigt und Heilung nur durch Opfergaben sowie unbedingten Gehorsam gegenüber der Priesterklasse versprochen. Heute werden die genetische Struktur, Mikroben et cetera als Auslöser von Krankheiten angenommen, für die nur die Hochschulmedizin Lösungen parat hat.

Auf der anderen Seite stand die Schule von Kos. Diese wurde von Hippokrates begründet und ging davon aus, dass Menschen einen göttlichen Kern, eine vermittelnde Seele und einen zur Selbstheilung fähigen Körper haben. Die Ursache von Krankheiten wurde in einem gestörten Körpermilieu gesehen (Humoralpathologie). Hier war der Patient wichtiger als der Name seiner Krankheit und Prophylaxe durch eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität, Wechsel zwischen Arbeit und Ruhe und so weiter hatte einen hohen Stellenwert.

Es hängt nicht mit der Intelligenz, sondern mit dem individuellen Bewusstsein zusammen, welcher Seite mehr vertraut wird. Seit der Aufklärung hat sich der vorherrschende Bewusstseinszustand der Menschen dem Materialismus zugewandt, dieser prägte auch die Medizin (Schule von Knidos). Als Alternative wurde von Samuel Hahnemann die Homöopathie entdeckt, die ein tiefes Verständnis von Krankheitsdynamik und Heilungsgeschehen voraussetzt (Schule von Kos).

Zurzeit überwiegt das schulmedizinische Weltbild, unterstützt von der Politik und den Lehrplänen der Schulen und Universitäten. Ein Umdenken beziehungsweise ein Bewusstseinswandel wird in der Bevölkerung nicht zuletzt durch die Massenmedien erschwert, da diese von der Pharmaindustrie abhängig sind und deshalb regelmäßig die Homöopathie oder andere Alternativen verunglimpfen, während selbst bescheidene Fortschritte der Schulmedizin hochstilisiert werden. Zudem ist unser gesetzliches Krankenkassensystem einseitig auf die Schulmedizin ausgerichtet.

Starke Interessengruppen aus der Pharma- und Medizingeräteindustrie wachen aus kommerziellen Gründen darüber, dass der gegenwärtige Zustand erhalten bleibt.

Es geht jedoch nicht nur um den Gewinn, sondern auch um die ideologische Überlegenheit. Durch die Erstarrung der Schulmedizin im Dogma der materialistisch-nihilistischen Weltanschauung des 19. Jahrhunderts findet sie keinen Zugang zu den wirklichen Ursachen der Krankheit und ist deshalb nicht in der Lage, chronische Krankheiten zu heilen. Eine Gleichberechtigung an den Universitäten wird gescheut, um die Monopolstellung nicht zu gefährden.

Dabei spielt immer der Anspruch eine Rolle, die einzige „wissenschaftliche“ Medizin zu vertreten. Doch bei genauerer Betrachtung ist die Schulmedizin genauso wie zum Beispiel die Homöopathie keine exakte Naturwissenschaft, sondern eine Erfahrungswissenschaft. In vielen Bereichen wissen die Ärzte bis heute nicht, warum und wie eine medizinische Maßnahme wirkt, so gibt es zum Beispiel in der Krebstherapie keine Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.

Die Grundsätze der Allopathie

Den Begriff Allopathie führte Hahnemann für die der Homöopathie entgegengesetzte Therapie ein, die der heutigen Schulmedizin entspricht. Die Prinzipien der Allopathie sind die Gegensätzlichkeit, die materielle Arznei, die Prüfung im Tierversuch und der Monomorphismus.

Monomorphismus

Seit Robert Koch geht die Allopathie davon aus, dass Infektionskrankheiten durch Ansteckung mit bestimmten Viren oder Bakterien entstehen. Kochs einseitiger Blick auf Laborwerte begründete die Mikrobiologie, die sich inzwischen zu einem gigantischen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Obwohl einige Experimente Kochs – zum Beispiel mit Tuberkulose- und Cholerabakterien – misslangen und viele Menschenleben kosteten, wurde er als Held gefeiert. Dahinter standen von Anfang an industrielle und politische Interessen – es war nicht mehr erlaubt, an den Theorien Kochs zu zweifeln.

Ansteckungsversuche durch Injektionen von fremdem Gewebe oder Ähnlichem sind unwissenschaftlich, da sie immer starke Reaktionen hervorrufen. Dagegen ist noch nie eine Ansteckung auf natürlichem Wege erreicht worden!

Die Epidemien der Vergangenheit und Gegenwart sind durch Gifte, fehlende Hygiene, Mangelernährung, ungesunde Wohnungen sowie Fehlbehandlungen entstanden.

Die sogenannten Erreger treten immer erst in Erscheinung, wenn etwas außer Kontrolle geraten ist. Es gibt zwar die Möglichkeit der Ansteckung, doch nur, wenn die Mikroben im aktuellen Fall gebraucht werden – als Folge, nicht als Ursache der Krankheit.

Bakterien sind zum Abtransport von geschädigtem Gewebe aus dem Körper notwendig. Viren integrieren bestimmte Informationen unter gewissen Umständen in die richtigen Zellen, um die Heilung voranzutreiben. Pilze bauen abgestorbenes Gewebe ab, genau wie in der Natur.

Für Wissenschaftler war es schon immer verwirrend, dass beim Ausbruch einer Infektionskrankheit beziehungsweise einer Epidemie nicht jeder erkrankt. Deshalb wurden die „fakultativ pathogenen Bakterien“ erfunden, die also manchmal krank machen, aber nicht jeden und nicht immer. Bereits einfache Logik genügt, um die Infektionstheorie zu Fall zu bringen: Wenn uns die sogenannten Erreger in bösartiger Absicht umbringen wollten, wäre die Menschheit längst ausgestorben.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Mikroorganismen – Bakterien, Viren oder Pilze – nicht die Ursache von Krankheiten sind, sondern der Anzeiger dafür, dass im Organismus etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, das deren Anwesenheit bedarf.

Pleomorphismus

Der Pleomorphismus (Mehrgestaltigkeit) ist die alternative Betrachtungsweise zum Monomorphismus. Begründet wurde er durch Forschungen von Professor Antoine Béchamp (1816–1908). Auch andere Wissenschaftler kamen unabhängig voneinander zu ähnlichen Ergebnissen, zum Beispiel Professor Max von Pettenkofer, Professor Theodor Billroth und Professor Rudolf Virchow.

Doch diese Sichtweise passte nicht zu den Theorien Pasteurs und Kochs sowie der aufstrebenden Pharmaindustrie. Deshalb wurde der Pleomorphismus einfach ignoriert oder mundtot gemacht, er „gilt“ seit den Dreißigerjahren als widerlegt.

Nun in Kürze die Erkenntnisse des Pleomorphismus, damit Sie selbst beurteilen können, welche Sichtweise logischer und natürlicher erscheint.

Wenn ein Lebewesen erkrankt, wandeln sich die überall im Organismus vorkommenden Vorstufen in exakt diejenigen Mikroben um, die gerade gebraucht werden. Wenn diese ihre Arbeit getan haben, ziehen sie sich wieder zurück oder werden von Fresszellen verdaut. Sie wollen uns helfen, werden jedoch offiziell zum Feind erklärt und bekämpft.

Die endogen erzeugten Mikroben erklären auch, warum Infektionskrankheiten meistens scheinbar aus dem „Nichts“ auftauchen. Ärzte stehen vor einem Rätsel, wenn auf hochsterilen Frühgeburtsstationen Bakterien entdeckt werden. Bei sogenannten Seuchen müssen jedoch keine Fledermäuse, Sprossen oder Ähnliches herhalten, wenn bei den Menschen absolut keine Ansteckungsquelle zu finden ist. Noch einmal: Das Auftreten von Mikroben ist eine Folge, nicht die Ursache von Krankheiten.

Allerdings ist das Weltbild des Pleomorphismus – abgesehen von schlechteren Vermarktungsmöglichkeiten, schließlich sind Antibiotika und Impfstoffe ein Multimilliardengeschäft – auch für die Menschen unbequemer. Im Monomorphismus der Schulmedizin habe ich keine Verantwortung dafür, wenn mich ein Erreger zufällig heimsucht und sich in mir ausbreitet. Ich brauche deshalb mein Verhalten nicht zu ändern und kann weiterhin guten Gewissens meinen Lebensstil fortsetzen: ungesunde Ernährung, Disstress, Bewegungs- und Frischluftmangel, Schlafmangel, Elektrosmog und so weiter.

Wohl auch wegen dieser „Verantwortungslosigkeit“ hält sich das gegenwärtige System so hartnäckig.

Andererseits haben wir bei einer Verursachung durch Mikroben außer Händewaschen kaum die Möglichkeit, auf das Geschehen einzuwirken, wir bekommen Angst und fühlen uns ausgeliefert. Aus ganzheitlicher Sicht hingegen ist der Einfluss auf unsere Gesundheit größer, wir wissen um die Ursachen und können angemessen damit umgehen.

Das Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass bis zu 600.000 Menschen infolge stationärer oder ambulanter Behandlungen Infektionen erleiden. Jährlich würde dies für etwa 15.000 Menschen tödlich enden. Deshalb fließen viele Gelder in Forschungen, um Infektionen vorzubeugen.

Aus der Sicht des Pleomorphismus zeigt dies, dass unter schulmedizinischer Therapie besonders häufig ein ungünstiges, saures Körpermilieu entsteht, bei dem Mikroben auftreten müssen, um damit zurechtzukommen. Obwohl die passenden Mikroben aus Vorstufen vom Organismus selbst produziert werden können, geht es natürlich schneller, sie aus der Umgebung aufzunehmen, sofern die Möglichkeit dazu besteht.

Während Antibiotika Bakterien vorübergehend unterdrücken können, sorgen homöopathische und pflanzliche Medikamente für eine bessere Abwehrkraft, ein stabileres Körpermilieu sowie seelische Ausgeglichenheit. Dadurch werden Bakterien und Viren unnötig und verschwinden von selbst. Der Slogan „Natürlich gegen Viren“ geht demnach vom schulmedizinischen Denken aus.

Die Infektionstheorie wird nun schon seit circa 140 Jahren verbreitet und ist dadurch selbst im naturheilkundlichen Bereich verankert. Auch in der Tier- und Pflanzenwelt gelten diese Ansichten uneingeschränkt. Tierimpfungen und chemischer Pflanzenschutz sind ebenfalls Milliardengeschäfte.

Dadurch wird es immer schwieriger, diese Hypothesen zu widerlegen, zumal sie den aktuellsten Stand der Wissenschaft für sich beanspruchen. Doch hier melden sich Zweifel an, weil zum Beispiel durch das Internet immer öfter ans Licht kommt, was hinter den Kulissen abläuft. Es werden nur die positiven Studienergebnisse veröffentlicht, nicht ins Konzept passende Ergebnisse werden manipuliert oder unter Verschluss gehalten, doch manchmal durch Zufall aufgedeckt.

Die nächsten Jahre werden entscheiden, ob weiterhin das Großkapital das Sagen hat oder der gesunde Menschenverstand zum Tragen kommt. Wirtschaftlicher Erfolg kann mit Fairness einhergehen, darauf können wir hoffen.

Ausblick

Für dringend erforderlich halte ich ein anderes Krankenkassensystem, bei dem auch die Kosten für sogenannte komplementäre Behandlungsmethoden erstattet werden. Vielleicht setzt erst dann ein Umdenken ein, wenn sich die Erfolge durch Homöopathie und naturheilkundliche Therapien unübersehbar zeigen und in der Bevölkerung herumsprechen.

Auch eine generelle Eigenbeteiligung von etwa 10 Prozent wird unumgänglich werden. Erstmals würde dann hinterfragt und überlegt, ob eine bestimmte Maßnahme überhaupt nötig und sinnvoll ist. Außerdem wäre endlich ein Anreiz vorhanden, seinen Lebensstil zu überdenken, sich gesund zu ernähren und so weiter.

Mit dem Pleomorphismus habe ich Ihnen eine völlig neue Sichtweise vorgestellt, die nicht in kurzer Zeit voll integriert werden kann. Es wird erforderlich sein, länger darüber nachzudenken und zu beobachten. Wer unvoreingenommen und objektiv an das Thema herangeht, wird allmählich immer sicherer, auf dem richtigen Weg zu sein.

Die Denkweisen von Schul- und Komplementärmedizin lassen sich zwar nicht vereinbaren, doch bei gegenseitigem Respekt und Toleranz könnte sich ein gemeinsames Vorgehen etablieren – als die Medizin von morgen.

Rolf Schwarz

Artikel erschienen im IMPULS Magazin Nr. 5/17